Danny Grampe:
Ich kann nicht der beste Freund aller Mitarbeiter sein.

Ein Erfahrungsbericht zum Umgang mit Entscheidungen

Als ich meine Position als Lagerleiter antrat, musste ich mich zunächst einmal daran gewöhnen, dass ich nicht mehr Kollege, sondern von nun an Vorgesetzter bin. Da ich in klassischer Form aus dem Team herausgewachsen bin und somit von der Fach- zur Führungskraft wurde, musste ich mir erstmal klarmachen, was alles zum Führungsalltag dazugehört.

Ich habe mich am Anfang sehr schwer mit dem Thema Harmonie getan. Ich wollte mich weiterhin mit jedem im Team so gut verstehen wie vorher auch. Und so stand ich immer wieder zwischen zwei Stühlen. Denn als Führungskraft musst du auch Entscheidungen treffen und diese zur Not auch durchdrücken.

Bei uns ging es um eine Systemeinführung. Ich habe meinen Mitarbeitern die nächsten Schritte und das neue System mehrfach erklärt, musste jedoch auch mal härter durchgreifen. Ich stellte fest, dass mir einige Mitarbeiter nicht wirklich zuhörten und stattdessen beim nächsten Mal eine x-te Anleitung von mir forderten. Und hier musste ich konsequent sein und dem Mitarbeiter klar sein, dass es nun seine Aufgabe ist, das neue System umzusetzen.

Natürlich eckt man in diesen Situationen auch an. Und genau das ist mir zu Beginn sehr schwergefallen. Entscheidungen und konsequente Spielregeln gehören zur Führung dazu. Ich musste mir immer wieder vor Augen führen, dass mich nicht jeder mögen muss. Es geht nicht darum, der beste Freund zu sein, sondern darum, respektiert zu werden. Auch im Umgang mit Azubis setze ich inzwischen klare Grenzen und formuliere meine Spielregeln. Diese Konsequenz hilft mir sehr.

Dies ist der Erfahrungsbericht von Danny Grampe zum Umgang mit Entscheidungen. Danny Grampe ist Lagerleiter bei der Numatic International GmbH in Hannover.

Hat dich der Erfahrungsbericht inspiriert? Frag dich doch am besten mal selbst:

  • Wie konsequent setze ich Entscheidungen und Spielregeln durch?
  • Wie harmoniebedürftig bin ich?